| Sommerferien 2000 - Bericht von Christoph Heck über den Weltjugendtag |
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| Geschrieben von N.N. (vgl. Artikel) | |
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Weltjugendtag 2000 - Sin broma estubimos en Roma Nachdem wir drei äußerst erholsame Tage am Strand von Le Marze verbracht hatten, fuhren wir am Dienstag, den 15.8.00, weiter nach Rom. Auf dem letzten Stück der Fahrt gab es allerdings noch einige Komplikationen, da die "Volontari" uns erst aufsplitten und in mehreren Familien unterbringen wollten. Näher hätten wir kaum die Einwohner kennenlernen können, aber um flexibler zu bleiben und die Jüngeren nicht alleine zu lassen, konnten wir sie mit etwas Verhandlungskunst schließlich dazu bewegen, uns gemeinsam in einer Schule in Carchitti unterzubringen. Von diesen sogenannten "Volontari" (freiwillige Helfer) gab es während des Weltjugendtages 25000. Allein diese Zahl erklärt, dass nicht alles reibungslos funkionieren konnte. Zudem traten auch noch Verständigungsprobleme auf, da fast alle Volontari nur italienisch sprachen. Mit etwas Geduld und Esperanto konnte man aber meistens sein Anliegen verständlich machen. Bei der Einfahrt nach Carchitti wurden wir vom gesamten Dorf herzlich begrüsst, das die Pilger schon lange erwartet hatte. Am nächsten Tag trafen wir einige deutsche Gruppen in Palestrina, um mit einem Weihbischof aus Münster eine "Katechese" (eine Einwei- ung in elementare Inhalte christlichen Lebens) abzuhalten. Von dort aus führte eine Prozession zur nächsten Kirche, wo anschliessend eine Messe gefeiert wurde. An dieser nahmen so viele Jugendliche teil, dass ich nur noch auf dem Boden vor der ersten Reihe sitzen konnte, während andere auch im Altarraum Platz fanden. Eine besondere, fast familiäre Atmosphäre entstand, da auch der räumliche Abstand zu den Geistlichen geschrumpft war. Am Nachmittag fuhren wir zum deutschen Treffen in dem Park Villa Carpegna in Rom. Mit Jugendlichen aus den anderen Bistümern feierten wir eine Agapefeier. Hier wurde auch die Möglichkeit geboten an den Papst einen Brief zu schreiben. Als wir abends nach Palestrina zurückkehrten, überraschten uns die Einwohner Carchittis mit einer Feier. Auf einem Platz war ein riesieges Buffet hergerichtet worden. Erwachsene, Senioren und Jugendliche tanzten gemeinsam in der Mitte des Platzes und die Freude über unser Erscheinen war allen deutlich anzusehen. Ein Feuerwerk, dass in einiger Entfernung losging erweckte den Eindruck, dass jetzt wohl überall in Rom der Weltjugendtag gefeiert wurde. Die Katechese am folgenden Morgen wurde diesmal von einem Kölner Weihbischof gehalten, wegen der Hitze auf dem Platz aber etwas verkürtzt. Erneut fuhren wir im Anschluss an die Messe nach Rom und bahnten uns vom Bahnhof an Pantheon und der Spanischen Treppe vorbei einen Weg durch die mit Pilgern verstopfte Innenstadt. Leicht zu erkennen waren alle Pilger an den Hüten, Taschen und Halstüchern, die an jeden ausgeteilt worden waren. Nachdem wir jetzt das Sehenswerteste durch Marcels Tour kennengelernt hatten, teilten wir uns wieder auf. Mit Bernhard, Jo und Pascal fand ich heraus, dass auch der Bus sehr geeignet war, um sich schnell einen Überblick über die nähere Umgebung zu verschaffen. Natürlich musste man sich seinen Platz im Bus hart erkämpfen, da viele Busse, schon überfüllt, einfach an der Station vorbeifuhren. Dicht gedrängt, wie sonst selten, standen wir auf dem Rückweg dann auch vor (!) dem U- Bahnstationseingang. Mit Hilfe der Volontari schafften wir es aber dann doch recht zügig mit allen 30 Teilnehmern in eine U-Bahn zu kommen. Da wir bis zur Endstation noch lange fahren mussten, haben wir uns mit einer spanischen Gruppe ein kleines Gesangsduell geliefert, was nicht allen Leuten in der überfüllten U-Bahn so gefiel wie uns. Nicht umsonst hatte zuvor der Bürgermeister Roms die Einwohner gebeten wegzufahren und nicht vor Abschluss des Weltjugendtages zurückzukehren. Am Freitag hielten wir uns ebenfalls in Rom auf, um zur Heiligen Pforte zu pilgern. Extra für die Pilger wurden die Strassen von vielen Volontari autofrei gehalten. Bei 40 Grad boten die Wasserwerfer vor dem Petersdom eine willkommene Erfrischung. Damit sich jeder zur Besichtigung des Petersdom genug Zeit lassen konnte, riskierten wir fast, auf das Mittagessen zu verzichten. Um durch die Absperrungen auf dem Petersplatz keine Zeit zu verlieren, wählten wir sogar einen Weg durch ein Buchgeschäft. Der Versorgungspunkt im Parco di Porta Copena begann sich schon aufzulösen, als wir ihn erreichten, besaß aber glücklicherweise noch ausreichend viele Lunchpakete. Von der Hitze und dem Pilgern erschöpft, weiteten wir die Mittagspause bis abends aus. Trotz Kehrmaschinenlärm direkt neben uns, fiel es keinem schwer einzuschlafen. Vor Taschendieben brauchte man sich hier auch keine Sorgen zu machen, da diese ihre Aktivitäten am Weltjugendtag einschränkten. Vorbei am Circus Maximus und dem Colosseum, das leider geschlossen war, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, um nach Carchitti zurückzukehren. In den Strassen Roms glaubte ich schon einen Einblick über das Ausmass der Veranstaltung gewonnen zu haben. Die Abschlussfeier übertraf aber alle Vorstellungen. Auf die 335 Hektar grossen Universitätswiesen am Tor Vergata strömten seit Samstagmorgen ununterbrochen Pilger. Am Nachmittag machten auch wir uns zu unserem Platz auf. Als der Bus nicht mehr weiter durfte, mussten wir die letzten Kilometer mit Gepäck inklusive Verpflegung für dieses Wochenende durch die Hitze laufen. So waren wir in die Mitte des Areals vorgedrungen und verweilten einen Augenblick, da es sowieso vorerst nicht möglich war weiterzukommen. Überall um uns herum hatten sich die Pilger niedergelassen und auch als Johannes mich auf seine Schultern hob, sah ich mich in einem Meer von Pilgern und nur durch die Berge und Häuser in der Ferne konnte ich die Grenzen der Veranstaltung erahnen. Als der Papst eingeflogen wurde und mit dem Papamobil direkt neben uns vorbeifuhr, jubelte die Menge. Viele liefen auf die Gasse zu, von unzähligen Ländern wurden Fahnen geschwungen und wir hörten die Südamerikaner "Juan Pablo Segundo, te ama todo el mundo" rufen. Als die Vigilfeier begann, zündete jeder Pilger seine Kerzen an, die sich neben einem Johannesevangelium in englisch, spanisch, französisch und polnischer Version mit in der Pilgertasche befand. Jetzt brannten überall die Flammen der Kerzen und symbolisierten die Friedfertigkeit, die überall herrschte. Abgeschlossen wurde die Vigilfeier mit einem gigantischen Feuerwerk, das endlos zu sein schien und die Aussergewöhnlichkeit dieser Veranstaltung unterstrich. Bevor ich mich schlafen legte, lief ich noch einige Zeit zwischen den Sektoren herum und traf überall nur frohe und zufriedene Menschen. Nachdem wir die Nacht am Tor Vergata verbracht hatten, beendete Johannes Paul II den Weltjugendtag mit einer Messe, die man sich mit Hilfe eines Radios in vielen Sprachen anhören konnte. Müde und reich an Erfahrungen machten wir uns nach der Messe wieder auf einen anstrengenden Fußmarsch zum Bahnhof, an einem der wohl heißesten Tage in Rom. Unvergesslich wird diese Veranstaltung wegen der Friedfertigkeit und der Hilfsbereitschaft aller bleiben. Und selbst wer kaum Berührung zum christlichen Glauben hat, wurde von der Stimmung, die bei der Vigilfeier herrschte, mitgerissen. Christoph Heck |