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Sommerferien 2000 - Der Weltjugendtag (Bericht von Pascal Villain) Drucken E-Mail
Geschrieben von N.N. (vgl. Artikel)   
Weltjugendtag 2000 - Wieso führen alle Wege nach Rom?    

Hmm... das war die erste Frage die ich mir stellte, als ich von Johannes, einem guten Freund, der KSJ'ler ist, den Anmeldebogen für die Fahrt in die Toskana und nach Rom in die Hand gedrückt bekam.

Diese Frage erübrigte sich jedoch nachdem ich las, daß in Rom der Weltjugendtag 2000 stattfinden sollte. Jedoch war da nicht „nur" der Weltjugendtag, sondern vorab eine Fahrt in die Toskana. Das machte mich als schulmüden Jugendlichen, zwei Monate vor Schuljahresende gestreßt und geschlaucht von der damaligen Klausurenphase, natürlich hellhörig. Auf dem Anmeldeformular standen Städte wie Florenz, Siena, San Gimignano, Lucca und natürlich Rom. Was dann geschah kann man sich wohl vorstellen: Meine Gedanken machten eine kleine Schleife weg von den Klausuren über Bayern, durch Österreich nach Florenz und schließlich und endlich nach Rom! Sommer, Sonne und ein Land in dem ich noch nie war, aber unbedingt immer mal hin wollte. Die Reiseplanung las sich wie ein Gedicht und der Preis von 650,00 DM war wohl kaum zu unterbieten. Und während ich in meinen Gedanken so durch die Uffizien schlenderte, auf die Ponte Vecchio guckte und dann die Spanische Treppe auf und ab marschierte, blieb mein Blick auf einem Logo des Infoblatts stehen: KSJ, "Was ist das denn?" Davon hatte ich ja noch nie etwas gehört. Aha, das Angebot mußte ja einen Haken haben: Katholische Studierende Jugend. Aber nach einer kurzen Aufklärung von Johannes, hatte sich auch diese Frage geklärt. Ich schickte die Anmeldung an die KSJ und bekam glücklicherweise kurze Zeit später die Bestätigung, daß ich mitfahren konnte. Die Klausurenphase war vorüber, und nun hieß es Zelt, Zahnbürste und Schlafsack einpacken: "Äh; was bitte? Zelten?" Na gut; kann man ja mal machen; dachte ich mir auch wenn mir bei der Vorstellung ein bißchen unwohl war. Am 09.08.00 war dann Treffen um 15:00 Uhr und pünktlich um 16:00 Uhr Abfahrt. Eine lange Busfahrt stand vor uns, aber da alle bereits in Urlaubsstimmung waren, konnte das die Laune der Gruppe nicht schmälern. Die Tage nach der Ankunft waren einfach genial, Sonne pur, eine wunderschöne Landschaft und die Stadt der Paläste: Florenz - Ponte Vecchio, Uffizien, Dom, Santa Croce, Piazza della Signoria etc.. Während ich mich noch damit beschäftigte diese Eindrücke zu verarbeiten, befanden wir uns eine Tag später schon wieder auf dem Weg nach San Gimignano, der Stadt der Türme. Nach ca. drei Stunden Aufenthalt in San Gimignano ging es dann auch gleich weiter nach Siena, wo es uns -wohin auch sonst- zu dem mit Marmor verkleideten Dom verschlug, der das Prunkstück der Stadt darstellt. Nach einer längeren kreativen Beratungspause (Originalton Johannes: "Oh, noch eins, wie kriege ich denn diesen riesigen Dom hier auf das Foto?") und einer Besichtigung von innen, traf sich die aufgespaltete Gruppe im Herzstück der Stadt wieder: Dem Campo, der muschelförmige Platz von Siena, wo zwei Wochen später der Palio stattfand, das berühmte Pferderennen von Siena. Auf die Plätze, fertig und ab in den Bus, jetzt wird gekocht und gegessen. Und wieder ist ein Tag in der Toskana zu Ende gegangen.

Zelte einpacken und los geht es, die Bonner ziehen um! Allerdings vorerst einmal nach Lucca, in die Stadt der Kirchen. In Lucca, gibt es 99 Kirchen und Kapellen, also daß nicht ausreichend für Programm gesorgt war, kann man wohl nicht sagen. Was macht man nachdem man so eine imposante Stadt gesehen hat? Ich kann nur raten, nicht das zu machen, was wir gemacht haben, da wir nach Pisa gefahren sind und das eindeutig der Tiefpunkt war. Eine Stadt voller Neubauten und Wohnsiedlungen, in deren Mitte der Schiefe Turm mit einem schönen Dom daneben steht, umringt von albanischen Sehenswürdigkeitsverkäufern, die zum Beispiel den Schiefen Turm in Rot-Blau-glitzernder Ausführung oder als Lampen- Nachbau verkaufen wollten. Na ja, jetzt hatten wir das gute Ding gesehen, aber waren trotzdem froh wieder abfahren zu können. Von Pisa aus fuhren wir direkt zu unserem neuen Campingplatz am Meer, wo wir uns nach langen Zeltaufbauspektakel -"Wo sind die Häringe?"- schon auf unser wohlverdientes Abendessen freuten. Aber das sah die Campingplatz Security irgendwie anders, da sie uns kurzerhand den Grill löschte und dies damit begründete, daß so spät abends das Essen auf dem Campingplatz untersagt sei. Da konnten Johannes, Bernhard und Marcel mit ihren überzeugenden Argumenten auch nicht sehr viel erreichen. Nach den ersten drei Tagen waren wir so ausgepowert, daß der nächste Tag am Strand und auf dem Campingplatz verbracht wurde.

Am Dienstag, den 15.08.00, hieß es dann: Rom Olé! Nachdem wir nun ausreichend Kraft getankt hatten, freuten wir uns alle auf Rom. Kaum angekommen, stellte sich jedoch die Frage: "Wo schlafen wir denn nun?". Irgendwie wußten die Volontari -Originalton Marcel: "Wir bräuchten nun einmal statt den 20 Volontari einen Professionali"- uns auch nicht zu helfen. Aber dank Marcel und Johannes war dies nach langen Gesprächen dann auch geklärt, und wir fuhren in unsere Unterkunft in Palestrina.

Die Tage in Rom waren anstrengend, jedoch interessant! Morgens Katechese bei ca. 27 Grad Celsius mit anschließender Messe. Dann ab in den Bus und Rom unsicher machen, obwohl dies gar nicht ging, da Rom im absoluten Ausnahmezustand befand: 2,1 Mio. Besucher vom Weltjugendtag und zusätzlich noch die normalen Touristen. Am ersten Tag wurde die U-Bahn lahm gelegt, da die Menschenmassen die Bahnkapazitäten überforderten. Ich erinnere mich am liebsten daran, wie wir jeden Abend alle vor unserer Unterkunft in Palestrina saßen und den Tag Revue passieren ließen und unseren kaputten Füßen eine kleine Erholungspause gönnten.

Sightseeing ist natürlich auch nicht zu kurz gekommen! Von der Spanischen Treppe zum Petersdom, zurück zum Colosseum und dann wieder zum Circus Maximus, jeder Marathon hätte da Spaß gemacht! Aber trotz allen Strapazen war es ein einmaliges Erlebnis, welches ich nie vergessen werde! Ein tolles Land mit einem großen kulturellem Angebot und einer lustigen Gruppe interessierter Menschen!Das war der Süden!!! In diesem Sinne: Skandinavien wir kommen......

Pascal Villain