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Herbstferien 2002 - Themenorientierte Herbstfahrt (Bericht von Christina Schreck) Drucken E-Mail
Geschrieben von Christina Schreck   
Der Titel unseres diesjährigen Herbstlagers „Im Osten viel Neues" war nicht nur gut gewählt, sondern beschreibt auch die Eindrücke, die ich dort gewonnen habe.
Schon nach der ersten Besichtigung des „Grenzübergangs Marienborn" konnte man sich in das Leben der Menschen, die in der ehemaligen DDR gelebt haben, hineinversetzen und ihre Gedanken nachvollziehen.

Die starke Kontrolle und die peinliche Genauigkeit, mit der die Grenzbeamten die Ein- und Ausreisenden überprüften, verdeutlichten, welche Freiheiten die dort lebenden Menschen hatten und dass dort eine völlig andere Auffassung des Begriffs „Freiheit" herrschte als in der BRD.

Die Kleingruppenarbeit verlief größtenteils ohne Komplikationen, obwohl das Thema für die jüngeren Teilnehmer sicher nicht immer leicht zu verstehen und nachzuvollziehen war. Zu meiner großen Überraschung wuchs das Interesse der Jüngeren am Thema jedoch von Minute zu Minute, aber auch die Betroffenheit über einzelne Schicksale mancher Familien zeigte sich nun bei den Teilnehmern immer häufiger.

Ich möchte an dieser Stelle über das „zeitgeschichtliche Forum" in Leipzig sprechen, welches mit dem „Haus der Geschichte" in Bonn kooperiert; allerdings ist das „zeitgeschichtliche Forum" meiner Meinung nach wesentlich interessanter und ansprechender gestaltet. Denn besonders durch diesen Besuch erlangte man eine gute Vorstellung davon, wie das Leben der Menschen unter der „Herrschaft" der DDR-Regierung aussah und welche Probleme damit einhergingen. Vor allem die Vielfalt und gelungene Verdeutlichung der ausgestellten Themen hat mir sehr gut gefallen.

Der Besuch der Ausstellung im noch erhaltenen Ministerium für Staatssicherheit in Dresden und die Fahrt zum ehemaligen Stasi-Gefängnis hatten eine besondere Wirkung auf alle Teilnehmer.

Alles das hat uns einen beeindruckenden und realen Eindruck in unsere eigene Vergangenheit gewährt und ich erachte das als viel wichtiger als vieles anderes, was uns so im Geschichtsunterricht nahe gebracht werden sollte.

Aber nicht nur die Vergangenheit der neuen Bundesländer sollte unser Thema sein; wir wollten auch die Zukunft und Perspektiven kennenlernen. So haben wir die Stadt Güstrow besucht, die mehrere Projekte zusammen mit der Weltausstellung Expo im Jahre 2000 begonnen hat und bis heute weiter führt.

Da der Umweltschutz in der ehemaligen DDR immer sehr klein geschrieben wurde und man die Versäumnisse, die in der Vergangenheit gemacht worden sind, heute noch bemerkt, geben sich die neuen Bundesländer bei solchen Projekten sehr viel Mühe.
Aber nicht nur der Umweltschutz beschäftigt die neuen Bundesländer. So konnten wir in Jena z. B. sehen, wie Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen, Schulgelände verschönert und ganze Wohnsiedlungen neu gestaltet werden.

In einem noch viel größeren Rahmen haben Naturschützer Hand angelegt, indem sie das Naturschutzgebiet Spreewald erneuert haben und es jetzt pflegen, um die einzigartige Pflanzenwelt dort zu erhalten. Auch der Nationalpark Müritz ist ein tolles Beispiel für das Erhalten und das Schützen eines Naturraums.

Das Business Innovation Centre in Leipzig, kurz BIC, wählte einen völlig anderen, wirtschaftlichen Ansatz Zukunftsperspektiven zu schaffen, indem es sich zur Aufgabe machte, junge Unternehmen und ihre Ideen zu fördern. Dies erreichen sie z. B. dadurch, dass sie in ihren Einrichtungen günstig Büroflächen oder die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Ich bin froh, dass ich diese Fahrt mitgemacht habe und ich denke, dass ich so tiefe Einblicke in diese Themen so schnell nicht mehr gewährt bekommen werde.

Christina Schreck