Zur Navigation | Zum Inhalt
Die Faszination Catchball (Beitrag von Frederik Kirst) Drucken E-Mail
Geschrieben von Frederik Kirst   
Die Faszination Catchball

Catchball ist, wie der Name schon vermuten lässt, nicht ganz deutschen Ursprungs. Seine Wurzeln reichen bis in die sehr alte und vielfältige amerikanische Kultur zurück, wobei das genaue Entstehungsjahr nicht präzise datiert werden kann, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass diesem Spiel ein langer und komplizierter Entstehungsprozess zugrunde liegt. Gerüchten zufolge sollen erstmals Catcher im frühen 20. Jahrhundert auf die Idee gekommen sein, sich nach ihren Kämpfen zur Entspannung und Muskelauflockerung einen Ball zuzuwerfen. Alsbald breitete sich diese Art der spielerischen Physiotherapie auch auf die gesamte Bevölkerungsmasse der Vereinigten Staaten aus und erfreute sich großer Beliebtheit. Besonders Ärzte und Spezialisten begrüßten die neue, sehr gesunde Bewegungsmaßnahme.

Einige gerissene Geschäftsleute versuchten dann natürlich, diese populäre Volksbelustigung gewinnbringend zu vermarkten und noch einige kompetitive Elemente hinzuzufügen, was allerdings nicht auf sehr viel Gegenliebe stieß und somit auch nicht gelang. Und wie das so mit jeder neu-kreierten Trendsportart ist, gelangte auch bald Catchball nach Europa, fand aber dort nicht viele Begeisterte. Die Europäer konnten sich einfach nicht mit dem Gedanken einer Sportart abfinden, bei der es nicht darum gehen sollte, um jeden Preis einen Punkt zu erzielen.

Darum wurden dann doch noch einige Elemente hinzugefügt, die nicht ganz ohne körperlichen Einsatz zu bewältigen waren. Man berief sich auf das altbewährte System mit Mannschaften, Toren und Punkten, ließ aber die meisten überflüssigen Regeln, z. B. die, die das Foulen verbieten, einfach weg. Natürlich blieb nach diesen geringfügigen Änderungen der beruhigende und therapeutische Effekt aus, die Verbandszeug-Industrie erlebte danach jedoch einen kometenhaften Aufschwung. Jetzt wurde Catchball endlich auch in europäischen Gefilden gesellschaftlich und politisch anerkannt. Doch dieser Ruhm währte nicht lange, denn nachdem man in Deutschland von den Vorteilen dieses Spiels, sofern es überhaupt welche gibt, nicht mehr ganz so überzeugt war, ließ es die Regierung kurzerhand verbieten. Seitdem wird es nur noch, zum Leidwesen der betroffenen Eltern, in der KSJ und von einigen Nachahmern gespielt. Aber vielleicht wird es eines Tages durch den Einsatz der KSJ-Mitglieder wieder in die Welt hinausgetragen und kann an den Ruhm vergangener Tage anknüpfen.

Frederik Kirst