| Die Spezies Grumi (Beitrag von Frederik Kirst) |
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| Geschrieben von Frederik Kirst | |
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Die Spezies „Grumi" (ausgesprochen: Gruppenmitglied) ist ein
sonderbarer Ableger der Rasse „Kind" und im Entfernteren auch verwandt
mit der Spezies „Leiter". In unserer heutigen Zeit findet man sie nur
noch seltener, z. B. in einigen KSJ-Gruppen, wobei sie in unseren
Breiten besonders im Jugendheim St. Michael in Cassel in der Eifel und
im KSJ-Heim in Bad Godesberg anzutreffen sind. Dort stehen sie auch
unter Naturschutz und werden von der Öffentlichkeit ferngehalten, um
keine Verwirrung in unser empfindliches Ökosystem zu bringen. In freier Wildbahn sind sie, wenn überhaupt, auf dem Schulhof zu beobachten. Man kann sie sehr leicht daran erkennen, dass sie einen Leiter von hinten anfallen und versuchen ihn um seine verdiente Pausenzeit zu bringen. Ansonsten sind sie aufgrund ihrer sehr kleinen Erscheinung eher schwer auszumachen und besonders, wenn man ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen hat, wittern sie sofort die Gefahr und verkriechen sich in die hintersten Schlupfwinkel des Schulhofs. Ab und zu werden von engagierten Leitern unter dem Deckmantel von „Lagern" Resozialisierungsmaßnahmen organisiert, um diesen armen Wesen irgendwann den Eintritt in die Gesellschaft zu ermöglichen. Während dieser meist zweiwöchigen Maßnahmen kommen noch verschiedene andere seltsame und fragwürdige Charaktereigenschaften der Spezies „Grumi" zu Tage. Bei den vielen spaßbringenden und belustigenden Programmpunkten sind die meisten „Grumis" mit größerer oder kleinerer Begeisterung dabei und geben ihr „Bestes". Danach lechzt die Mehrheit nach Nahrungsaufnahme und ist bereit, sich an die Tische zu setzen. Dabei macht sich eine erste Verwunderung darüber im Raume breit, dass noch keiner dieselbigen gedeckt hat. Nach einer ersten freundlichen Bitte von Seiten der Leiterschaft an die „Grumis", diese Dienstleistung auch ohne entsprechendes Entgelt kurz zu erledigen, kann man bereits vereinzeltes Stöhnen und Sich-Verkrümeln beobachten. Auf direktes Ansprechen eines einzelnen „Grumis", diese „schwere Fronarbeit" doch nun bitte zu verrichten, bekommt der so handelnde Leiter nun empörte Phrasen wie „Warum immer ich?" an den Kopf geworfen. Besonders seltene Exemplare tun dies rücksichtsvollerweise sogar in einer Lautstärke, die die strapazierten Gehörwindungen des Leiters nicht nachhaltig schädigen. Zur Beobachtung dieser Sonderlinge benötigt man jedoch enormes Glück. Nach manchmal Stunden andauernden Diskussionen und mehrmaligem Flehen erbarmt sich dann letztendlich doch selbiger „Grumi", diese Schufterei mit den kaum noch hörbaren Worten „Das war dann in diesem Lager auch das Letzte was ich gemacht habe!" zu ertragen. Trotzdem sind „Grumis" sehr widerstandsfähige Wesen, was man daran erkennen kann, dass sie ihre Eigentümlichkeiten in penetranter Hartnäckigkeit gegen jede Art von Hilfs- und Normalisierungsversuchen durch die Leiter das ganze Lager hindurch verteidigen. Aber mit viel Geduld und Verständnis werden trotzdem irgendwann aus der eigenartigen Spezies „Grumi" Leiter und all diese kleinen Ungeschliffenheiten scheinen auf einmal wie weggeblasen. Es besteht also Hoffnung, dass sich diese Spezies ihren harten Weg durch die Evolution boxen wird. Frederik Kirst |