| Herbstferien 2004 - "Zwischen Ballermann und Naturpark" |
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| Geschrieben von Marcel | |
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Zwischen Ballermann und Naturpark - Auswirkungen unseres
Reisverhaltens und Ansätze für einen ökololgisch und sozial
verträglichen Tourismus am Beispiel Mallorcas Mit 121 Teilnehmern nach Mallorca - Themenorientierte Herbstfahrt 2004 “Zwischen Ballermann und Naturpark - Auswirkungen unseres Reiseverhaltens und Ansätze für einen ökologisch und sozialverträglichen Tourismus am Beispiel Mallorcas” - so lautete das Thema einer Herbstfahrt der Godesberger KSJ (Region Bonn). Die meisten Kinder fahren mindestens einmal im Jahr mit ihren Eltern in Urlaub, häufig als Pauschalreise in die klassischen Ferienländer. Aber auch viele Jugendliche, die ihren ersten Urlaub ohne Eltern und Jugendorganisation planen, denken zumindest über einen Urlaub auf Mallorca, in Lloret oder Rimini nach. Doch über die ökologischen und sozialen Auswirkungen für die Region und deren Bevölkerung denken die Wenigsten nach. Was alle anderen auch machen, kann ja so schlecht nicht sein. Kaum ein Jugendlicher hat sich vermutlich schon einmal damit auseinander gesetzt, dass stickige Luft, Verkehrslärm, verbaute Küstenlandschaften, unsaubere und überfüllte Strände, nicht entsorgter Müll, Wasserknappheit, erosionsgeschädigte Berghänge und eine teilweise genervte Bevölkerung etwas mit unserem Reiseverhalten zu tun haben können. Sie erwarten von den Reiseveranstaltern, Hotelbetrieben und Freizeitanbietern eine Lösung, vergessen aber, dass sie durch ihre Reisewahl für viele dieser Probleme zumindest teilweise mitverantwortlich sind. Wir wollten über die Folgen des Massentourismus informieren und gleichzeitig alternative Beispiele aufzeigen. Mallorca gilt als klassisches Pauschalreiseziel. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Balearen. Von 1960 bis 1993 sind die Urlauberzahlen fast um das 20-fache gestiegen. Der Boom der Pauschalreisen führte zum Bau riesiger Hotelanlagen, Bars und Restaurants direkt an den Stränden. Die touristische Infrastruktur wurde bis Mitte der 90er-Jahre immer weiter ausgebaut und die negativen Auswirkungen praktisch ignoriert. In den letzten Jahren häufen sich jedoch die warnenden Stimmen. Nirgendwo anders in Europa als auf der Mittelmeerinsel Mallorca lassen sich die Sünden des Pauschalreisebooms und neue umweltverträgliche Konzepte so gut miteinander vergleichen. Daher haben wir trotz der Entfernung Mallorca als Ziel für diese Herbstfahrt gewählt. Aber auch die großen Reiseveranstalter denken um, sicherlich nicht nur, weil sie plötzlich ihre eigene Verantwortung erkannt haben. Kleinere Veranstalter haben bereits vor Jahren diese Nische für sich entdeckt. Ihr Ziel ist ein nachhaltiger Tourismus, der einerseits den wirtschaftlichen Erfolg sichert, andererseits aber die Belastungsgrenzen für die Umwelt nicht überschreitet. Eine umweltverträgliche Ausrichtung gehört mittlerweile zu den wichtigsten Absatzinstrumenten, weil es den Veranstaltern erlaubt, sich von ihren Mitbewerbern abzugrenzen. Nirgendwo anders in Europa als auf der Mittelmeerinsel Mallorca lassen sich die Sünden des Pauschalreisebooms und neue umweltverträgliche Konzepte so gut miteinander vergleichen. Daher hatten wir trotz der Entfernung Mallorca als Ziel für diese außerschulische Jugendbildungsmaßnahme gewählt. Natürlich sind wir nicht nach Mallorca geflogen, sondern mit drei Bussen angereist. Die Gegensätze zwischen den mit Hotels zugebauten Küstenabschnitten und der fast unberührten Natur im Landesinneren förderten sicherlich das Bewusstsein, dass auch wir als Touristen eine Verantwortung für unsere Urlaubsziele tragen. Während der ersten beiden Tage haben wir den Teilnehmern die notwendigen Grundlagen vermittelt, in den folgenden fünf Tagen in zahlreichen Gesprächen, Besichtigungen, Rundgängen und eigenen Bewertungen touristischer Angebote sowohl abschreckende Beispiele der 60-er und 70-er Jahre als auch positive Beispiele eines ökologisch und sozial verträglichen Tourismus aufgezeigt. Am letzten Tag sollten die Teilnehmer unter Berücksichtigung der erworbenen Kenntnisse und der gesammelten Erfahrungen eigene Reisekonzepte erstellen. Einige der von uns angefragten Gesprächstermine und Besichtigungen sind leider aufgrund der fehlenden Bereitschaft der Verantwortlichen in den Ministerien und der Umwelt-Stiftung Costa Nord nicht zu Stande gekommen. Die Stadt Alcudia schickte hingegen direkt fünf Abteilungsleiter. Trotzdem waren unsere Teilnehmer in einigen Punkten besser informiert als die Fachleute. Für eine spanische Umweltorganisation haben wir an verschieden Orten in einer Umfrage Daten von fast 2000 deutschen Urlaubern erhoben. Sowohl für die Umweltorganisation GOB als auch für die Gemeindeverwaltung Alcudias waren wir offensichtlich die erste ausländische Schülergruppe, die sich für diese Themen interessiert hat. Die Präsentationen hätten sicherlich anschaulicher sein können, ihren Zweck haben sie aber erfüllt. Auch die von der GOB vorbereitete Umfrage hätte sicherlich besser vorbereitet sein, vielleicht haben wir uns in diesen Punkten zu sehr auf die “Fachleute” verlassen. Vor Beginn der Vorbereitung waren wir aufgrund der zahlreichen Image-Kampagnen der Balearen-Regierung und der Tourismusverbände davon ausgegangen, dass uns sicherlich die Verantwortlichen gerne ihre Projekte zeigen wollen. Dies war aber leider nicht so, vermutlich auch deshalb, weil es sich häufig um Visionen oder Marketing-Kampagnen und nicht um wirkliche Umweltprojekte handelt. Auf jeden Fall haben wir viele neue Kontakte geknüpft, die wir sicherlich später noch einmal aufgreifen wollen. Das Wetter zeigte sich die erste gute Woche von seiner positiven Seite. Während unseres Aufenthaltes wurden mehrfach die heißesten Oktober-Tage auf Mallorca seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert. Dies hat sich sicherlich auch auf die gute Stimmung ausgewirkt Eigentlich hatten wir mit 90 Teilnehmern gerechnet, 121 waren es dann. Selbst die Fährgesellschaft war mit dieser Personenzahl offensichtlich überfordert, so dass die Erweiterung unseres Kontingents und die damit verbundene Verschiebung um zwei Tage über zwei Wochen Bearbeitungszeit in Anspruch nahm und etwa 25 Telefonate und 30 Emails erforderte. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Das zeigte nicht nur die Resonanz während der Fahrt, sondern auch die Auswertung der anonymen Fragebögen. Erfreulich war auch, dass mit der Mallorcafahrt etwa 35 Kinder und Jugendliche das erste Mal an einer KSJ-Veranstaltung teilgenommen haben. Laut Fragebogen soll es für niemanden die Letzte gewesen sein. Das Programm wurde von den Teilnehmern mit 7,8 von 10 Punkten, die gesamte Veranstaltung mit 8,8 von 10 Punkten bewertet. Die Teilnehmer konnten nach eigener Einschätzung ihre Kenntnisse erweitern. 4,6 Punkte vor der Veranstaltung; 7,9 Punkte nach der Herbstfahrt. |