| Die Aktivitäten der KSJ - Treffen, Besprechungen und Schulungen für Gruppenleiter |
|
|
| Geschrieben von Marcel | |
|
Ein Merkmal unserer Jugendverbandsarbeit ist, dass die Runden und
Veranstaltungen von den älteren Jugendlichen eigenverantwortlich
gestaltet und geleitet werden. Dieser Aufbau gewährleistet, dass
Jugendliche durch Übernahme von Leitungsverantwortung den Jüngeren als
Orientierung dienen, in der Begegnung mit Älteren Orientierung erfahren
und sich in der Gleichaltrigengruppe gegenseitig stützen und tragen. Es
gilt für uns das Prinzip »Jugend leitet Jugend«. Auf diese Aufgabe
werden sie auf einer Gruppenleitergrundschulung vorbereitet. Aber auch
später legen wir sehr großen Wert auf Reflexionen und Konzeptionen
sowie eine ständige Weiterbildung. Außerdem haben wir regelmäßige
Treffen, auf denen wir über inhaltliche, pädagogische und
organisatorische Fragen beraten und Veranstaltungen vorbereiten. Leiterkonferenzen Einmal in der Woche treffen sich die Leiter und Leiterinnen beider KSJ-Gruppen zur gemeinsamen Leiterkonferenz. Dort werden insbesondere Veranstaltungen vorbereitet, Ideen für die Gestaltung der Gruppenstunden vorgestellt, Aufgaben verteilt, Entscheidungen über Anschaffungen getroffen und alle anfallenden Probleme besprochen. Die Leiterkonferenzen stehen immer unter einem Schwerpunktthema, sodass die Gruppenleiter nur die Termine wahrnehmen müssen, wenn das Thema in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Stadtgruppenleitungssitzung Wöchentlich setzen sich die Stadtgruppenleitungen der beiden Gruppen zusammen. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere die Vertretung der Gruppe, die Geschäftsführung und die Mitarbeit bei den Veranstaltungen der Gruppe. Runden-Wochenende für den Jahrgang 9 „Keiner lebt für sich allein" - Diesen Satz haben vermutlich auch alle Mitglieder des Jahrgangs 9 vor dem besinnlichen Rundenwochenende unterstrichen. Doch im „wirklichen Leben" sieht das ganz anders aus. Häufig sind uns unsere eigenen Bedürfnisse wichtiger, als die unserer Mitmenschen und der Umwelt. Vertrauen, Offenheit und Solidarität sind für jede Gemeinschaft unverzichtbar. Gerade von unseren Gruppenleitern erwarten wir daher eine besondere Sensibilität für ihre Mitmenschen und die Umwelt, eine ausgeprägte Team- und Kommunikationsfähigkeit, eine Kritikfähigkeit und -bereitschaft, eine gewisse Selbständigkeit sowie eine Einarbeitungsfähigkeit in neue Aufgaben und Problemstellungen und die Fähigkeit, komplexe Probleme strukturieren zu können. Spiele ganz unterschiedlicher Art sollen verdeutlichen, wie wichtig die Kooperation in einer Gruppe und die Integration aller Mitglieder für eine fruchtbare Teamarbeit sind. Vertrauen, Offenheit und Solidarität sind für jede Gemeinschaft unverzichtbar. Aber als kirchlicher Jugendverband ist uns nicht nur die Begegnung unter den Menschen ein wichtiges Anliegen, sondern auch die Begegnung mit Jesus Christus, wie sie uns das Evangelium überliefert hat. Die KSJ versteht sich als Gemeinschaft von suchenden Christen, die sich am Evangelium orientieren und sich Jesus Christus zum Maßstab ihres Lebens nehmen. Unsere eigenen Lebensgewohnheiten sollten wir dabei ständig überdenken. Wir wollen die Jugendlichen mit Fragen des persönlichen und gemeinsamen Glaubens und mit der eigenen Motivation für eine Mitarbeit in einer christlichen Jugendgruppe konfrontieren. Daran schließen sich Überlegungen an, wie sie ihren Glauben innerhalb und außerhalb der Gruppe leben können. Sie sollen lernen, in einer kleinen Gruppe Gleichaltriger über ihren persönlichen Glauben zu sprechen und ihre Erfahrungen auszutauschen. So haben wir die Teilnehmer im Jahr 2001 einmal eingeladen, darüber nachzudenken, welche Dinge und Gewohnheiten ihnen persönlich wichtig sind und was ihnen fehlen würde, wenn sie auf diese Dinge und Gewohnheiten verzichten müssten. Dieses Thema wurde auch in der Messfeier, die die Jugendlichen gemeinsam vorbereitet hatten, aufgegriffen. Das Rundenwochenende soll die Bedeutung dieser Qualifikationen verdeutlichen und dazu anregen, diese im Gruppenalltag weiterzuentwickeln. Die Gruppenleitervorschulung im Frühjahr bietet dann die Gelegenheit, das zurückliegende halbe Jahr unter diesen Gesichtspunkten zu reflektieren. Gruppenleitervorschulung Alle interessierten Mitglieder der Klassen 9 laden wir zu unserer Gruppenleitervorschulung ein. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit der Rolle und Funktion der Gruppenleiter, den Möglichkeiten einer Problemlösung, den Kommunikationsregeln, der Gestaltung von Gruppenstunden und mit Rechtsfragen. Qualifikationen wie Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Kreativität, die Einarbeitungsfähigkeit in neue Aufgaben sowie die von einem Gruppenleiter abverlangte Vorbildfunktion lassen sich jedoch nicht nur an einem Schulungswochenende vermitteln, sondern entwickeln sich, wenn Jugendliche zunehmend in die Verantwortung einbezogen und gefordert werden. Diesen Prozess versuchen wir mit dem besinnlichen Rundenwochenende des Jahrgangs 9, mit der Mitarbeit bei der Osterfahrt und der Gruppenleiterschulung zu intensivieren und zu beschleunigen, damit die Jugendlichen ihren Anforderungen als Gruppenleiter gerecht werden können. Grundschulung des KSJ-Regionalverbandes Der KSJ-Regionalverband bietet zudem in jedem Jahr eine viertägige Grundschulung an, an der auch die Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter aus unseren Stadtgruppen teilnehmen. Aufbauschulung: Vorbereitung und Leitung von Fahrten Eine Osterfahrt mit Radtouren und Wanderungen sowie Besichtigungen und Stadtrundgängen erfordert zusätzliche Kenntnisse. Daher treffen sich zur Vorbereitung alle Teilnehmer und Gruppenleiter ab Jahrgang 10 in Cassel. Neben der Programmplanung klären wir ab, welche Aufgaben die Gruppenleiter unter Berücksichtigung pädagogischer, rechtlicher und organisatorischer Aspekte in den unterschiedlichen Situationen wahrzunehmen haben und wie sie sich in Problemfällen verhalten sollen. Welche Anforderungen stellt eine Badeaufsicht am Strand? Warum ist bei einer Übernachtung auf Deck einer Fähre eine durchgehende Nachtwache erforderlich? Wie leite ich eine Fahrrad- oder Wandergruppe? Wie vermeide ich, dass jemand die Gruppe verliert und was unternehme ich, wenn es dann trotzdem passiert? Eine wichtige Grundlage stellen die „Vereinbarungen für die Osterfahrt" dar, in denen wir wichtige Regeln (Busfahrten, Fährpassagen, Unterkünfte, Essen, Radtouren, Wanderungen, Tiere, Schwimmen, Stadtbummel, Alkohol, Nikotin, ...) für die Gruppenleiter und Teilnehmer zusammengestellt und begründet haben. Die Ausgabe des Vorjahres wird aufgrund der gesammelten Erfahrungen überarbeitet und ergänzt. Für die einzelnen Aufgabenbereiche, z. B. Catering, Logistik (Verwaltung der Lebensmittel), Tetris (Gepäckverladung) u. a., werden verschiedene Teams gebildet. Die Rundenleiter sind wie bei den anderen Fahrten die Ansprechpartner der Kinder und Jugendlichen, die Hauptverantwortung der jahrgangsübergreifenden Rad- und Wandergruppen wird volljährigen Gruppenleitern übertragen. Aufbauschulung: Inhalte und Methoden der themenorientierten Sommer- und Herbstlager Die Gruppenleiter und alle Teilnehmer ab Jahrgang 10 fahren vor den Sommer- und Herbstferien jeweils ein Wochenende nach Cassel, um in aller Ruhe die themenorientierten Lager und Fahrten inhaltlich vorzubereiten, organisatorische Dinge zu klären sowie pädagogische Fragen zu besprechen. Für die Leitung der Kleingruppen und anderer Programmangebote sind themenbezogene und methodische Kenntnisse erforderlich, die von den älteren Gruppenleitern vermittelt oder gemeinsam erarbeitet werden. An einer solchen Aktion sind etwa 30 Gruppenleiter beteiligt. Daher ist es unerlässlich, genaue Zuständigkeiten und Kommunikationswege abzuklären. Sollten irgendwelche Probleme (Streit, Fehlverhalten, ...) auftreten, sind die Rundenleiter zu informieren. Die Rundenleiter nehmen sich entweder selbst der Sache an oder bitten einen älteren Gruppenleiter um Unterstützung. Während den Veranstaltungen treffen sich dann vor jeder Programmeinheit alle an ihr beteiligten Gruppenleiter zu letzten Absprachen und Detailplanungen. Nach der Nachtruhe der Kinder steht dann für die Gruppenleiter die Tagesreflexion und die Planung des nächsten Tages an. Aufbauschulungen für die wöchentlichen Gruppenstunden Für die Gruppenleiter ist es nicht immer ganz leicht, sich für jede der etwa 35 Gruppenstunden im Jahr ein attraktives und abwechslungsreiches Rundenprogramm, das von den Mitgliedern mit Interesse und Begeisterung aufgenommen wird, einfallen zu lassen. Jungen und Mädchen der Jahrgänge 5 und 6 fällt es häufig sehr schwer, sich nach Schule und Externat noch zu konzentrieren, Jugendliche der Jahrgänge 7 und 8 sind oft nur schwer zu begeistern und KSJlerinnen und KSJler der Jahrgangstufe 9 können es gar nicht mehr erwarten, endlich eine Gruppenleiter-Funktion zu übernehmen. Natürlich sind wir uns der pädagogischen Bedeutung der Gruppenstunden bewusst. Während die mehrtägigen Freizeiten und Schulungen beste Rahmenbedingungen bieten, Gruppenprozesse über einen längeren zusammenhängenden Zeitraum zu erleben und zu gestalten, stehen bei den wöchentlichen Gruppenstunden kontinuierliche Gemeinschaftserfahrungen in einer Gruppe Gleichaltriger im Vordergrund. Wir wollen mit den Kindern und Jugendlichen nicht nur gemeinsam auf Fahrt gehen, sondern ihnen in Ergänzung zu den Sozialisationsinstanzen Familie und Schule auch außerhalb der Veranstaltungen als Vertrauensperson und Gesprächspartner zur Verfügung stehen, sie bei ihrer Persönlichkeitsbildung begleiten und sie in Problemsituationen und bei wichtigen Entscheidungen beraten und unterstützen. Die Gruppenstunden sind dabei unverzichtbare Anknüpfungspunkte, der geringe Altersunterschied zu den Gruppenleitern eine sehr gute Chance. Daher haben wir für alle Rundenleiter und andere interessierte Jugendliche ab Jahrgang 9 z. B. 2002 in der zweiten Woche der Herbstferien in Oese (Niedersachsen) eine Gruppenleiteraufbauschulung angeboten. Die Teilnehmer sollten Ideen für die Gestaltung der Gruppenstunden erarbeiten, vorstellen und testen. Eine besondere Rolle spielten mehrwöchige Projekte sowie themenorientierte Angebote. Gute Vorschläge wurde festgehalten und in einer Mappe zusammengestellt, die in Zukunft allen Gruppenleitern die Vorbereitung erleichtern und laufend überarbeitet werden soll. Freizeiten und Fahrten für Leiter Die Gruppenleiter gestalten aber nicht nur Gruppenstunden und Veranstaltungen für jüngere Kinder und Jugendliche, sondern gehen auch gemeinsam auf Fahrt. Im Jahr 2000 ging die Sommerfahrt in die Toskana und anschließend zum Weltjugendtag nach Rom, 2001 zur Vorbereitung der Osterfahrt 2002 nach Kreta. |