| Die Aktivitäten der KSJ - Wochenenden, Lager, Fahrten, Schulungen |
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| Geschrieben von Marcel | |
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Unser Gruppenleben ist stark von unseren Lagern, Fahrten und Schulungen an einigen Wochenenden und in den Schulferien geprägt. Die Freizeiten bieten ideale Möglichkeiten, in den unterschiedlichsten Lebensbereichen und Aktivitäten ganzheitliche Gemeinschaftserfahrungen in einer Gruppe zu sammeln, in der jeder Teilnehmer seinem Alter und seinen Fähigkeiten entsprechend für Teilbereiche verantwortlich ist. Die Kinder und Jugendlichen lernen „spielerisch" im Alltagsleben eines Lagers die Voraussetzungen für eine Gemeinschaft kennen. Die Befähigung zum eigenverantwortlichen Arbeiten in einem Team und der qualifizierte Umgang mit Konflikten sind wichtige Ziele unserer Veranstaltungen. Durch einen geschlechts- und altersübergreifenden Meinungsaustausch lernen die Jugendlichen sozialen Umgang miteinander. Im Herbst- und Sommerlager sowie auf der Osterfahrt setzen sich alle Teilnehmer mehrmals zu einer Reflexionsrunde zusammen. Dort hat jeder die Möglichkeit, den anderen mitzuteilen, worüber er sich gefreut oder geärgert hat. Im Anschluss daran werden Änderungs- und Verbesserungsvorschläge gesammelt. Dieses Gespräch ist ein sehr wichtiges Feld, in dem die Kinder umfassend die Regeln einer partnerschaftlich und demokratisch organisierten Gemeinschaft kennenlernen und einüben können. Zudem wollen wir während unseren Veranstaltungen christliche Werte vermitteln, Glaubenserfahrungen ermöglichen und die Persönlichkeitsentfaltung des Einzelnen unterstützen. Themenorientierte Herbstfahrt „Themenorientierte" Herbstfahrt bedeutet, dass wir uns neben einem abwechslungsreichen Freizeitprogramm mit einem Thema durch ganzheitliche und praktische Lernformen auseinandersetzen. Bei der Umsetzung des Themas nutzen wir zum Beispiel Elemente wie Arbeitskreise, Aktionen, Spiele, Referate, Gespräche, Exkursionen mit Erkundungen und Besichtigungen, praktische Erfahrungen und Erlebnisse, Kontakte und Begegnungen, kreative Workshops und Filmvorführungen. Unser Anliegen ist es, daß die Kinder und Jugendlichen die Informationen nicht nur als eine wertneutrale Nachricht unter vielen aufnehmen, sondern sich, orientiert an christlichen Werten, ein eigenes Urteil bilden und nach Möglichkeiten suchen, ihr eigenes Verhalten zu überdenken oder sich für andere Menschen einzusetzen. In den Herbstferien 2001 haben wir in Berlin unsere Herbstfahrt unter das Thema „Wen interessiert schon unsere Meinung - Politische Mitbestimmung in einer demokratischen Gesellschaft" gestellt. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Kinder und Jugendlichen sehr wenig über die ehemalige DDR und die deutscheWiedervereinigung wissen und das Wenige sich meist in Vorurteilen erschöpft. Die Wenigsten haben schon einmal eine Reise in die neuen Bundesländer unternommen. „Im Osten viel Neues - Eine Reise durch den Osten der Bundesrepublik" - unter diesem Thema stand die die Herbstfahrt 2002. Wir wollten uns nicht nur mit den Unterschieden der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik und mit Veränderungen seit der Wiedervereinigung beschäftigen, sondern auch die Orte und Menschen besuchen, an und von denen wir uns Antworten auf zahlreichen Fragen erhofften. Die Teilnehmer konnten sich vor Ort mit sozialen, arbeitsweltbezogenen, bildungspolitischen, touristischen, ökologischen und ökonomischen Fragen unter Berücksichtigung der ungleichen geschichtlichen Entwicklung der alten und der neuen Bundesländer auseinandersetzen. Die Europäische Union hat sich für das nächste Jahr der Herausforderung gestellt, die durchweg ärmeren osteuropäischen Staaten in die Union der vorwiegend reicheren westeuropäischen Länder zu integrieren. Bei den Beitrittskandidaten handelt es sich um Länder, die sich in den letzten 14 Jahren von planwirtschaftlich gelenkten Staaten mit einer kommunistischen Führung zu Marktwirtschaften mit einer demokratischen Rechtsordnung entwickelt haben. In den Herbstferien 2003 haben wir uns dem Thema „Die EU-Ost-Erweiterung - Europas große Herausforderung - Der lange Weg in die EU am Beispiel Tschechiens" angenommen. Die meisten Kinder und Jugendlichen wissen leider nur sehr wenig über die Europäische Union und unsere osteuropäischen Nachbarn, und das Wenige erschöpft sich häufig in Vorurteilen. Die Konkurrenz auf dem deutschen Arbeitsmarkt durch osteuropäische Arbeitsemigranten hat in einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren bei uns auch nicht zu einem positiven Stimmungswechsel beigetragen. Von einem normalen nachbarschaftlichen Verhältnis mit der Kenntnis um die Geschichte, Gegenwart und kulturelle Eigenheiten des anderen sind Deutsche und Tschechien noch weit entfernt. Mit Deutschland und Tschechien nähern sich anders als beim deutsch-französischen Verständigungsprozess Anfang der 60er Jahre nicht zwei industriell sehr ähnlich entwickelte Länder an. Deutschland, eins der größten Industrieländer der Welt, trifft auf Tschechien, das gerade den Weg von der Planwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft mit sehr vielen Anstrengungen gemeistert hat, mit allen den Problemen, die dieser Prozess mit sich bringt. Themenorientiertes Sommerlager Auch in den Sommerferien fahren wir 14 Tage nach Cassel und übernachten auf unserem Zeltplatz. Die sonstige Konzeption gleicht der der themenorientierten Herbstfahrten. „Trendsetter und Meinungsmacher" - Unter diesem Thema stand die erste Woche des Sommerlagers 2002. Unternehmen haben schon längst die Altersgruppe der 11 bis 16-jährigen als wichtige Zielgruppe entdeckt, denn viele Kinder und Jugendliche möchten mit bestimmten Markenprodukten die Zugehörigkeit zu einer Gruppe demonstrieren und erhoffen sich damit gleichzeitig Sympathie und Anerkennung. Diese Themen wurden während der Besuche der Marketingagenturen, des Werbefilmproduzenten, des Coca-Cola-Werkes und des WDR sowie der Gespräche über die Wahlkampforganisation in Bonn aufgegriffen. Ein Höhepunkt war sicherlich das € 25.000 Buy-Game in Düsseldorf. Es handelt sich dabei keineswegs um eine Spielshow. Jede jahrgangsspezifische Kleingruppe hatte die Aufgabe, nach ihren eigenen Wünschen Waren und Dienstleistungen für fiktive € 25.000 zu kaufen. Darüberhinaus hatte die Gruppe im Spiel die Aufgabe, für ein Budget von € 250 (etwa € 3,00 pro Person) für eine Grillparty am Abschlussabend einzukaufen. Für das Abendessen in der Düsseldorfer Innenstadt konnten die Kleingruppen pro Teilnehmer sieben „echte" Euro nach eigener Wahl ausgeben. „Ich bin drin und was nun? - was kommt nach der ersten Internet-Euphorie?" - Unter diesem Thema konnten die Kinder und Jugendlichen im Sommerlager 2003 nicht nur den Umgang mit diesem heute sehr wichtigen Medium erlernen oder euren vorhandenen Kenntnisse ausbauen, sondern auch die damit verbundenen Grenzen und Risiken erfahren. Die Fähigkeit, (vernetzte) Computer selbstverständlich, kritisch und produktiv zu nutzen, ist zu einer wichtigen Qualifikation geworden, deren Bedeutung sowohl in Schule und später im Studium als auch im Beruf stetig zunimmt. Höhepunkt war eine Großaktion „Internetcontest - 48 Stunden Internet", in der fünf Gruppen von verschiedenen Standorten gegeneinander antreten und Aufgaben mit Hilfe der zahlreichen Internet-Angebote lösen müssen. Die Gruppen hatten nur dann eine Chance, wenn sie die Aufgaben als Team lösten, da man diesen Wettbewerb nur als Gruppe und nicht als Einzelkämpfer gewinnen konnte. Die „Outdoor-First-Aid-Challenge" in der zweiten Woche unseres Sommerlagers haben die Gruppenleiter die erforderlichen Kenntnisse vermittelt, wie auch jüngere Teilnehmer bei Unfällen, Krankheiten und in anderen lebensbedrohlichen Situationen anderen Menschen sachgerecht helfen können, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen. Der Erste-Hilfe-Kurs legte seinen Schwerpunkt auf die Erstversorgung im unwegsamen Gelände (z.B. Wald, Gebirge u. Ä.). Interkulturelle Osterfahrt mit Radtouren und Wanderungen In den Osterferien geht es zu Radtouren und Wanderungen mit bis zu 80 Jugendlichen ab Klasse 6 in das südliche Ausland. Nicht nur, weil dort das Wetter um diese Jahreszeit eher mitspielt, sondern weil wir neben der Fahrradtour in Kleingruppen und anderen Freizeitaktivitäten, ein fremdes Land, seine Kultur und Gesellschaftsordnung durch Informationen, aktive Orts- und Stadterkundungen, Besichtigungen, praktische Erfahrungen und Erlebnisse sowie Kontakte zur Bevölkerung kennenlernen wollen. Ziel der interkulturellen Osterfahrten ist es, sich mit einer anderen Kultur auseinanderzusetzen, die Unterschiede zur eigenen zu verstehen und zu akzeptieren und ggf. Vorurteile abzubauen. Voraussetzung dafür ist, daß die kulturellen Unterschiede wahrgenommen und zugleich die eigene Kultur nicht als besser oder richtiger bewertet wird. Die Teilnehmer sollen durch ihre Erlebnisse und Informationen fremde Menschen im eigenen Land besser verstehen lernen. Zudem ist uns die Sensibilisierung für das Auftreten der Teilnehmer und das Außenbild der Gruppe ein großes Anliegen. Die Feier der Kar- und Ostertage wird durch die gemeinsame Vorbereitung von den Jugendlichen nicht als "lästiges Pflichtprogramm" empfunden, sondern gehört bei den meisten Teilnehmern zu den beeindruckesten Stunden der Osterfahrt. So haben wir z.B. am Karfreitag die Passionsgeschichte an mehreren Stationen verlesen und uns im Anschluss an jede Station mit den damals beteiligten Personen auseinandergesetzt und ihr Verhalten auf die heutige Zeit übertragen. Die einzelnen Kreuzwegstationen wurden von den Jugendlichen inhaltlich und methodisch selbst gestaltet. Die Fahrten bauen wir von ihrer inhaltlichen Konzeption so auf, daß sie eine Auseinandersetzung mit den sozialen, ökonomischen und ökologischen Folgen des Massentourismus fördern und Alternativen aufzeigen. Die Kinder und Jugendlichen sollen ihr persönliches Reiseverhalten überdenken und zu Formen eines umweltfreundlichen und sozialverträglichen Reisens angeregt werden. Die gemeinsame Vorbereitung ermöglicht es jedem Teilnehmer, seinem Alter, seinen Fähigkeiten und seinem Interesse entsprechend für Teilbereiche Verantwortung zu übernehmen. Sie soll so zu einer Identifizierung mit der Veranstaltung beitragen. Informationswochenende Bevor wir mit einer Gruppe von 80 Jugendlichen auf große Fahrt gehen, wollen wir den Teilnehmern untereinander und insbesondere auch den Gruppenleitern die Möglichkeit bieten, alle kennenzulernen. Erfüllen die Fahrräder die Vorschriften? Fühlt sich keiner der Radfahrer in seiner Gruppe über- oder unterfordert? Sind die Wanderschuhe eingelaufen? Warum soll ich, wenn ich meine Kleingruppe bei einem Stadtrundgang verloren habe, an Ort und Stelle warten und diese nicht suchen? In Cassel zeigen wir allen Teilnehmern Dias und Videofilme mit Informationen über die Strecke und die Region und informieren mit Hilfe eines Postenlaufes und einer Quizshow über unser Reiseland. Ferner werden wichtige Absprachen getroffen und die mit den Gruppenleitern erarbeiteten Vereinbarungen Punkt für Punkt erklärt und begründet. Die Kinder und Jugendlichen können nach der Programmvorstellung Änderungsvorschläge und Wünsche äußern. Bautage An einem Wochenende im Jahr fahren wir mit interessierten Mitgliedern ab Klasse 10 nach Cassel, um an unserem Jugendheim Renovierungsarbeiten und notwendige Reparaturen auszuführen. Durch unsere Eigenarbeit sparen wir nicht nur Handwerkerlöhne, sondern die Gestaltung des Jugendheims wird so zu einem wichtigen Inhalt unserer Jugendarbeit. Bei dieser Art der Freizeitgestaltung erfahren die Jugendlichen durch ihre eigene Arbeitsleistung den Wert der Häuser und Einrichtungsgegenstände. Die Identifikation mit dem Jugendheim ist durch ihren Arbeitseinsatz wesentlich größer als sie bei einer reinen Nutzung wäre. Themenorientierte Wochenenden Zu diesen Wochenenden laden wir alle Mitglieder ein, die an einem bestimmten Thema Interesse haben. So bieten wir jährlich einen Erste-Hilfe-Kurs an, der auch immer wieder gerne als Auffrischungskurs genutzt wird. Rundenfreizeiten Jede Runde gestaltet einmal im Halbjahr ein Wochenende in Cassel, um gemeinsam in der Rundengemeinschaft etwas zu erleben und diese zu stärken. So sollen die Rundenwochenenden einerseits den Zusammenhalt in der Runde fördern, anderseits aber auch Projekte ermöglichen, für die die Gruppenstunden von 90 Minuten nicht ausreichen. Kennenlern-Wochenende Alle interessierten Schüler des Aloisiuskollegs und alle Schülerinnen des Clara-Fey-Gymnasiums ab Klasse 5 laden wir etwa 6 Wochen nach Schulbeginn zum Sextanerwochenende nach Cassel ein. Die Jungen und Mädchen lernen dort ihre Gruppenleiter und -leiterinnen und eine Auswahl der Freizeitmöglichkeiten in und außerhalb des Jugendheimes kennen. Sie lernen dort, ihre Klassenkameraden in den unterschiedlichsten Lebensbereichen und Aktivitäten außerhalb der Schule zu verstehen. Rundenwochenende für den Jahrgang 7 In den letzten Jahren mussten wir leider immer wieder beobachten, dass 13-jährige Jugendliche (Jahrgang 7) sich lieber in ihrem Freundeskreis treffen als die wöchentlichen Gruppenstunden der KSJ zu besuchen. Diesem Trend möchten wir entgegenwirken, da die alterspezifischen Gruppen unter Leitung von etwa vier Jahre älteren Gruppenleitern den Jugendlichen in diesem Alter als wertvolle Orientierung dienen können. Daher haben wir den Jahrgang 7 im Januar zu einem speziellen Rundenwochenende 2003 erstmalig nach Cassel eingeladen, dass bei den Teilnehmern sehr gut angekommen ist. In einem Spiel z. B. haben die Kleingruppen die Aufgabe, die gesamte Gruppe durch ein aus Kordel gespanntes Netz zu transportieren. Die Schwierigkeit bestand darin, dass jedes Loch in diesem „Spinnennetz" nur von einer Person passiert werden durfte und diese dann auch nicht mehr zurückkehren durfte, um anderen zu helfen. Spiele ganz unterschiedlicher Art sollen verdeutlichen, wie wichtig die Kooperation in einer Gruppe und die Integration aller Mitglieder für eine fruchtbare Teamarbeit sind. Vertrauen, Offenheit und Solidarität sind für jede Gemeinschaft unverzichtbar. |